Geschäftsidee? 5 Fragen an ‚das Objekt-Set‘ von Noanamá aus Kolumbien

7. Oktober 2022 bis 21. Januar 2024

 

Das Völkerkundemuseum bestellte 1968 eine Maku-Sammlung bei dem als «Big Boss» für Ethnografika aus Südamerika bekannten polnischen Ethnologen, Entomologen und Sammler Borys Malkin. Die Maku-Gruppen waren indes nicht gut auf Sammler:innen zu sprechen. So befürchtete Malkin von diesen mit einem Regen aus Pfeilen empfangen zu werden. Lieber bot er dem Völkerkundemuseum eine Noanamá-Sammlung aus Kolumbien an: «100 Stücke, die die gesamte Bandbreite der materiellen Kultur abdecken, Töpferware inklusive».

Man liess sich 1969 zum Kauf überreden; Malkin verfügte bereits über zwei Objekt-Sets – das «Haupt-Set» war für das heutige Museum der Kulturen in Basel bestimmt. Ein Dutzend weitere Museen in Europa und Nordamerika erwarben von Malkin zwischen 1968 und 1972 als vollständig angepriesene Objekt-Sets der relativ kleinen Gesellschaft der Noanamá. Wie ist eine solche Sammelpraxis einzuordnen? Was bewog die Museen, solche Sammlungen zu erwerben? Warum haben Noanamá Malkin mit mehr als 2’200 Objekten versorgt? Wie haben sie als Geschäftspartner:innen verhandelt? Welche Gesellschaft bilden diese Sammlungen ab? Und was sagen Noanamá heute zu diesen damals angelegten Geschäftsbeziehungen?

Nächste Führung mit der Kuratorin Maike Powroznik am Donnerstag, 9. Februar 2023, 18 Uhr.

Werkstatt-Führung in den Ausstellungen «Geschäftsidee?» und «Hochzeitsreise?» mit der Kuratorin Maike Powroznik und dem Kurator Alexis Malefakis am Sonntag, 11. Dezember 2022, 15 Uhr.

Objekte Sammlung Malkin
Objekte der Noanamá aus der Sammlung, die Borys Malkin dem Völkerkundemuseum UZH verkauft hat. Foto: Kathrin Leuenberger, 2022.
SRF 2 Kultur kompakt, 18. Oktober 2022, Beitrag über «Geschäftsidee?»

 

Werkstattreihe – 5 Fragen an die Sammlungen

Welches Museum braucht die Zukunft? Mit bleibenden und neuen Fragen wenden wir uns den Sammlungen und deren Urheber:innen zu, zum Beispiel: «Welche Beziehungen wurden mit der Sammlung angelegt und was bedeuten sie heute?» Wir denken das Museum als offene Werkstatt, als Raum, in dem Wissen gemeinsam erarbeitet wird, und bieten entlang einer Ausstellungsreihe Einblick in unsere Arbeit. Die Ausstellung «Geschäftsidee?» ist nach «Hochzeitsreise?» die zweite Eröffnung der Reihe.