Meistertrommler Lamidi Ayankunle und Mitglieder seiner Familie in Erin-Osun, Nigeria. Foto (c) Debra Klein 2005

Mit Trommeln sprechen Westafrikanische percussion skills im globalen Gespräch

30. August 2019 bis 6. September 2020

 

Westafrikanische Rhythmen enstehen aus einem komplexen Zusammenspiel von kognitivem und körperlichem Wissen, das Meistertrommler sich über viele Jahre hinweg aneignen und ständig weiterentwickeln. Denn ihre Musik dient oft nicht allein der Unterhaltung. Bei vielen gesellschaftlichen, politischen und religiösen Anlässen sind Trommler Kommentatoren und Zeremonienmeister. Auf ihren Trommeln rezitieren sie die ansonsten mündlich überlieferte Geschichte, Preisgesänge und Gebete und vermitteln so zwischen der Aktualität des Augenblicks und dem kulturellen Gedächtnis der Gemeinschaft.

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Durch ihren kreativen Umgang mit lokalem Trommelwissen und musikalischen Einflüssen anderer Weltteile haben westafrikanische Musiker entscheidend die weltweite Musikgeschichte geprägt. Blues und Jazz, Reggae oder Hip-Hop und ein grosser Teil der aktuellen Popmusik in aller Welt beruhen wesentlich auf musikalischen Prinzipien, die in westafrikanischen Trommelmusiken ihren Ursprung haben. Häufig entstanden als Ausdruck des Widerstands gegen das Unrecht der Sklaverei, des Rassismus und der systematischen Unterdrückung, finden diese Musikgenres heute bei Menschen in der ganzen Welt ihren Widerhall.

Ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftler*innen aus Ghana, Nigeria, Deutschland und der Schweiz zeigt in der Ausstellung, wie Trommler und Musiker in Nigeria und Ghana – und in der transatlantischen Diaspora Brasiliens – mit ihrer Musik Position beziehen und sich weltweit Gehör verschaffen.

 

Zur Webseite der Ausstellung talkingwithdrums.ch

 

Tony Allen am Jazznojazz-Festival in Zürich

Tony Allen, ehemaliger Schlagzeuger von Fela Kuti's Band "Africa 70", der auch in der Ausstellung zu hören ist, tritt am 1. November am diesjährigen Jazznojazz-Festival in Zürich auf.