Auszeichnung für Maria-Theres Schuler

Maria-Theres Schuler mit dem Förderpreis für exzellente und praxisrelevante Entwicklungsforschung ausgezeichnet

Die Verleihung des Nachwuchspreises am 13. Juni 2019. Foto: KfW Bankengruppe/ Thorsten Futh.

Die Verleihung des Nachwuchspreises am 13. Juni 2019. Foto: KfW Bankengruppe / Thorsten Futh

 

Anlässlich der diesjährigen Verleihung des Förderpreises für exzellente und praxisrelevante Entwicklungsforschung, der gemeinsam vom Entwicklungsökonomischen Ausschusses des Vereins für Socialpolitik und der KfW verliehen wird, wurde Maria-Theres Schuler, die 2019 am ISEK-Ethnologie der Universität Zürich promoviert wurde, für ihre Doktorarbeit Disability and Logics of Distribution in a Ugandan Refugee Settlement mit dem mit EUR 3,000 dotieren Nachwuchspreis ausgezeichnet.

Im Rahmen des r4d-Forschungsprojektes Disability and Technology in Uganda from Local and Global Perspectives führte Maria-Theres Schuler, unterstützt vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und einem doc.mobility Stipendium, im Austausch mit weiteren Nachwuchswissenschaftler/innen der Forschergruppe Disability and Technology eine Promotionsstudie zur Lage von Menschen mit Behinderung in Flüchtlingscamps in Uganda durch. In ihrer Dissertation befasst sich Maria-Theres Schuler speziell mit den Logiken und Mechanismen der Verteilung von Hilfsgütern. Dabei hat sie einen eigenen anwendungsorientierten ethnologischen Ansatz entwickelt. Sie schlüsselt in ihrer Dissertation das komplexe Gefüge verschiedener, nach eigenen Vorgaben Hilfsgüter verteilender Institutionen und NGOs vor Ort auf und erschliesst kritisch die Hintergründe wie auch die unbeabsichtigten Konsequenzen von Paradigmenwechseln in der Unterstützung. In dem sie die humanitäre Logik zum sozio-ökonomisch bedingten Verständnis von Verteilung und den Erwartungen der Betroffenen in Beziehung setzt, sowie ihre Wirkung in deren Alltagsrealitäten einbettet, dekonstruiert sie weitverbreitete Annahmen über die Situation und Position von Menschen mit Behinderungen in einem Flüchtlingscamp. Unter Rückgriff auf einen relationalen sozialtheoretischen Ansatz, der Ideen von Menschsein mit dem Austausch von materiellen Gütern und Fürsorge verknüpft, leistet sie einen zeitlich relevanten Beitrag zur kritischen Diskussion von humanitärer Hilfe und Entwicklungsansätzen.
Entstanden ist, gestützt auf langzeitige Feldforschung vor Ort mit sensibel und reflektiert angelegten Forschungsmethoden, eine hoch interessant zu lesende, berührende, richtungweisende Dissertation, die auf allen Stufen mit der höchsten Note ausgezeichnet wurde. Maria-Theres Schulers Visionen für verbesserte Bedingungen für selbstbestimmtes Leben von Menschen im globalen Süden, im Fall ihrer Dissertation für Menschen mit Behinderung in einem Flüchtlingscamp in Uganda, die sie sehr präzise an den jeweiligen Möglichkeiten vor Ort wie auch an den Potentialen ihrer Protagonist/innen misst, haben das Preiskomitee überzeugt.
Der Förderpreis für exzellente und praxisrelevante Entwicklungsforschung fördert den Dialog von Wissenschaft und Praxis und honoriert Arbeiten auf exzellentem wissenschaftlichem Niveau, die zugleich ausgeprägte Praxisrelevanz haben. Der Preis wurde am 13. Juni im Rahmen der Jahrestagung des Entwicklungsökonomischen Ausschusses des Vereins für Socialpolitik in Berlin überreicht.