Alfred Ilg – Ein Thurgauer Ingenieur als Staatsminister in Äthiopien

Am 7. Januar 1916 starb der gebürtige Frauenfelder Alfred Ilg im Alter von 61 Jahren in Zürich. Im Gedenken an seinen 100. Todestag würdigt die Alfred Ilg Gesellschaft einen der bedeutendsten Ausland­schweizer mit einer Fotoausstellung im Verwaltungsgebäude Promenade in Frauenfeld, kuratiert von Elisabeth Biasio, Hans Brunschweiler und Peter R. Gerber. Ergänzt wird diese mit einer Bildprojektion, die ausgewählte Stücke von Ilgs ethnographischer Sammlung zeigt, sowie mit dem Film von Christoph Kühn „Alfred Ilg – Der weisse Abessinier“.

Alfred Ilg arbeitete während seines Aufenthalts in Äthiopien (1879–1906) eng mit dem damaligen Kaiser Menilek II. zusammen. Mit seinen Projekten bewirkte er Entscheidendes zu der von Menilek initiierten Modernisierung, vor allem in Addis Abeba. Daneben trug Ilg eine etwa 700 Objekte umfassende ethnographische Sammlung zusammen, die von seiner Familie 1957 dem Völkerkundemuseum, damals „Sammlung für Völkerkunde“, der Universität Zürich geschenkt wurde. Zudem schuf er ein fotografisches Werk von ca. 1000 Bromsilbergelatine-Trockenplatten und stereoskopischen Glasdiapositiven. Letztere erhielt die „Sammlung für Völkerkunde“ 1957 ebenfalls als Geschenk. Die Bromsilbergelatine-Trockenplatten überliess ein Enkel Alfred Ilgs, Felix Ilg, dem Museum 1999 als Dauerleihgabe.

Die Ausstellung an der Promenadenstrasse 8 in Frauenfeld wird vom 30. April bis zum 29. Mai gezeigt. Sie ist jeweils Montag bis Freitag von 8 bis 11.45 und von 13.30 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Sie bleibt an Auffahrt (5. Mai) sowie an Pfingsten (14. Bis 16. Mai) geschlossen. Öffentliche Führungen finden am 4., 12., 18. Und 27. Mai, jeweils um 18 Uhr statt. Als Begleitveranstaltungen sind im Rathaus Frauenfeld die Vorführung des Films „Alfred Ilg – der weisse Abessinier“ von Christoph Kühn (3., 10., 17. Und 24. Mai, 18.30 Uhr) und des Films „Sweeping Addis“ von Corinne Kuenzli, die persönlich anwesend sein wird, am 19. Mai um 18.30 geplant.

 

Bildlegende:

Alfred Ilg auf seinem geschmückten weissen Maultier. Um den Hals gebunden trägt er den „Stern von Äthiopien“, die höchste Auszeichnung, die Kaiser Menilek verlieh.

Foto: Völkerkundemuseum der Universität Zürich. Inv. Nr. VMZ 800.14.018