VÖLKERKUNDEMUSEUM
DER UNIVERSITÄT ZÜRICH

 


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Traumwelt Tibet – westliche und chinesische Trugbilder

1. Stock

26. Mai 2000 bis 4. Juni 2001

Hochauflösende Tiff-Bilder erhalten Sie durch Anklicken des entsprechenden Bildes nebenan.

Zur Ausstellung erscheinen zwei neue Publikationen:

Brauen Martin. Traumwelt Tibet – Westliche Trugbilder. Bern: Haupt Verlag, 2000

Oppitz Michael. Semiologie eines Bildmythos. Der Flipper Shangri-La. Zürich: Völkerkundemuseum 2000

Führungen durch die Ausstellung:

Sonntag, 28. Mai und 18. Juni um 13 Uhr
Mittwoch, 7. Juni und 28. Juni um 19.30 Uhr

oder nach individueller Vereinbarung. Für spätere Ausstellungsführungen: bitte Völkerkundemuseum-Programm oder Tagespresse konsultieren.

Völkerkundemuseum der Universität Zürich
Pelikanstr. 40, 8001 Zürich

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag: 10 - 13 und 14 - 17 Uhr
Samstag: 14 - 17 Uhr
Sonntag: 11 - 17 Uhr

Eintritt frei

Pressetext kurz

Was haben Dagobert Duck, die Theosophin Helena Blavatsky, der Regisseur Martin Scorsese, der Maler Nicolas Roerich, Adolf Hitler, gewisse Neonazis und Lobsang Rampa, Autor des Bestsellers "Das dritte Auge", gemeinsam? Sie alle sind an Tibet interessiert – jeder auf seine eigene Weise. Und als Medienberichterstatter, was löst die Vorstellung "Tibet" bei Ihnen aus?

Seit beinahe 400 Jahren ist Tibet das Ziel einer westlichen Pilgerschaft, die anfangs vor allem aus Missionaren bestand – die ersten, zum Teil phantastischen Berichte stammen aus ihren Händen. Mit der Zeit gesellten sich Forscher, politische Beamte, Spione, Reiseschriftsteller, Esoteriker und Abenteurer dazu. Einige versuchten, ein möglichst objektives Bild zu zeichnen, andere konstruierten ein Tibet, das auf persönlichen Sehnsüchten, Hoffnungen und Träumen beruhte – viele von ihnen reisten auch gar nicht wirklich hin, sondern "erfanden" ein eigenes Tibet: Tibet als Ort des Friedens, der Harmonie, des langen Lebens, der Wahrheit und Weisheit, der Spiritualität. Als Metapher dafür steht "Shangri-La", ein Ort, der seit dem in millionenfacher Auflage verkauften Roman "Lost Horizon" des Engländers James Hilton (1933) bekannt ist. In Spielfilmen, Romanen und Comics weiterentwickelt, suggeriert "Shangri-La" heute auch in Namen von Hotels, Freizeitorganisationen und Modeartikeln ein kleines irdisches Paradies.

Die Ausstellung zeigt die gemeinsamen Grundzüge sowie die Entwicklung dieser Tibet-Bilder von den Anfängen bis in die Gegenwart, fragt nach den Paradies"-Schöpfern", ihren Motivationen und weshalb gerade Tibet als Land der Träume und Sehnsüchte gilt. Es geht also nicht um eine objektive Darstellung und Auseinandersetzung mit der Geschichte, Gesellschaft und Kultur des historischen oder modernen Tibets, sondern ausschliesslich um die Wahrnehmung Tibets aus westlicher Perspektive: Tibet als Bühne eines Schauspiels mit tibetischen Requisiten wie Landschaft, Klöstern und Lamas – gespielt und geschrieben von westlichen Schauspielern und Autoren. Die Frage, ob eine solche Ausstellung Tibet nicht mehr Schaden zufüge als Nutzen bringe, muss mit einem Nein beantwortet werden, denn die Tibet-Zerrbilder haben mit der kommerziellen Ausbeutung ein solches Ausmass angenommen, dass sie nicht länger verschwiegen werden dürfen. Die "Entmythologisierung" Tibets wird auch eindringlich von tibetischen und westlichen Intellektuellen gefordert. Stellvertretend für sie spricht Tsering Shakya: "Die westliche Wahrnehmung Tibets und die akkumulierten Tibet-Bilder sind der politischen Sache Tibets hinderlich. Die ständige Mythologisierung Tibets hat die wahre Natur des tibetischen politischen Strebens in den Schatten gestellt und undeutlich gemacht" (In Tibetan Review, Januar 1992).

Diese westliche Traumwelt wird in der Ausstellung in vier Themenkreisen dargestellt. Teile 1 und 2 zeigen die Tibet-Bilder der Missionare, Theosophen, Okkultisten und der Nazis, Teil 3 dokumentiert die Tibet-Bilder in Romanen, Comics und Spielfilmen aus Hollywood (eine Filmparodie). Teil 4 weist darauf hin, wie sich in unserer Gesellschaft die Ueberzeugung ausbreitet, der tibetische Buddhismus übe eine positive Wirkung auf den Westen aus: Der Markt hat den "Ethno-Boom" lanciert und kommerzialisiert Tibet sowie seine Religion auf abartige Weise (zum Beispiel "Die fünf Tibeter"). Nur eine westliche Minderheit und wenige Exiltibeter wissen, dass das Label "Tibet" für Kommerz missbraucht wird. Ueber Gefühle der Sympathie lassen sich Konsumenten und Konsumentinnen manipulieren, ohne zu ahnen, welche Fülle von Projektionen sich hinter diesen Tibet-Bildern verbirgt. Die ausgestellten Videos, Filme, Comics, Werbespots, Plakate, der Flipperkasten "Shangri-La", Computer- und andere Spiele sowie industriell hergestellte "tibetisierte" Gebrauchsgegenstände zeugen auf eindrückliche, aber sehr unangenehme Weise davon. Wie junge, in der Schweiz lebende Tibeterinnen und Tibeter darauf reagieren, zeigt ihr eigener Dokumentarfilm. Teil 5 sucht nach den tiefliegenden Gründen der Trugbilder, in denen westliche Träume eine interessante Symbiose mit tibetischen Legenden eingegangen sind. Die Ausstellung schliesst mit Teil 6, dem chinesischen Trugbild: "Verschiedene Sichtweisen – unterschiedliche Realitäten", einer Konfrontation der politischen Probleme aus westlicher Sicht mit chinesischer Propaganda.

Die Ausstellungsmacher sind sich bewusst, dass sie mit diesem Thema viele Emotionen auslösen: auf der westlichen Seite, weil sie Traumwelten zerstören, auf tibetischer Seite, weil viele Tibeter keine Kenntnis dieser westlichen Trug- und Zerrbilder haben. Ziel der Ausstellung ist, die Traumwelt zu erkennen und abzubauen, damit Tibet nicht länger eine unbewusste Projektionsfläche bleiben muss und in romantischen und verherrlichenden Bildern erstarrt. Erst wenn die Trugbilder entlarvt sind, lässt sich die politische und religiöse Geschichte Tibets kritisch betrachten und aufarbeiten.

Download tibet02.tif (3.9 MB)

Das sakrale Tibet als Tummelfeld weisser «Lamas»: Filmplakat zum Film In den Fesseln von Shangri-La (orig. Lost Horizon), 1937

 

Pressetext lang

"Tibet, wie wundervoll auch immer, ist ein Traum – ob als verloren geglaubtes Goldenes Zeitalter oder als millenaristische Fantasie, trotz allem letztlich nur ein Traum".

(Jamyang Norbu)

Medienorientierung zur Ausstellung

Traumwelt Tibet – Westliche und chinesische Trugbilder

Warum benützt diese Ausstellung so Triviales wie Comics, Spielfilme, Videos, Werbematerial, Belletristisches, "tibetisierte" Artikel und sogar einen Flipperkasten, um die Geschichte von westlichen Trugbildern zu entlarven? Aufgeschlossene und kritisch denkende Tibeter antworten:

"Solange Tibet ausschliesslich die Gefühle der Weissen bewegt, solange wird die Tibetfrage von den Staaten der sogenannten Dritten Welt als eine Angelegenheit des Westens betrachtet, folglich nie Fortschritte machen und nur sehr peripher auf internationales Interesse stossen. Die Tibetfrage wird nur dann ernst genommen, wenn Tibet von westlicher Fantasie und dem Shangri-La-Mythos befreit wird."

"Wenn jemand weiterhin an die Shangri-La-Legende glaubt, verneint er die kulturelle Zerstörung, die dem Land während der letzten dreissig Jahre zugefügt wurde. Er glaubt nicht an die Toten, Gefangenenlager und nicht an die Zerstörung der historischen Institutionen."

"Ich will nicht, dass die Westler uns verehren und schonen und von uns erwarten, dass wir ihre Probleme lösen, ihre Bedürfnisse befriedigen. Ich wünsche mir, dass sie uns als ebenbürtige mündige Menschen ernst nehmen, als Menschen, die Stärken, Schwächen und eigene Bedürfnisse haben."

Die Ausstellung nimmt diese Anliegen ernst. Martin Brauen, Ausstellungsleiter, will die westlichen Trugbilder einer breiten Bevölkerung bewusst machen. Jahrzehntelang, ja jahrhundertelang ist Tibet idealisiert worden: man hat seine Menschen ihrer Individualität enteignet, aber jetzt möchten die Tibeterinnen und Tibeter endlich als eigenständige Menschen wahrgenommen werden und wünschen sich, dass ihnen ihre vom Westen häufig verweigerte Handlungsfähigkeit zugestanden wird.

Nicht nur der Westen kennt Trugbilder Tibets, sondern auch China hat seine Trugbilder und Klischees, wie das Propagandamaterial am Schluss der Ausstellung zeigt.

Die Ausstellung ist in 6 Themen gegliedert:

1. Teil: Auf der Suche nach Utopia?

Die Tibetbilder der Missionare und Philosophen

Ausstellungsmaterial: Stiche, ein gebundenes Buch mit Kopien von Stichen und Texten, tibetische und katholische Kultobjekte, Informationen über das Tonband (mit Kopfhörern)

Die frühesten Trugbilder reichen ins 17. Jahrhundert zurück, als die ersten Missionare nach Tibet reisten und nach versprengten Christen suchten. Waren die tibetischen Mönche Abkömmlinge des sagenumwobenen Priesterkönigs Johannes, der im 12. Jahrhundert irgendwo in Zentralasien lebte? Waren sie Nachfahren der Nestorianer, jener Christen im frühen Mittelalter, die in Vorder- und Mittelasien sowie in China die Botschaft Jesu verbreiteten? Waren sie Menschen, der letzten Sintflut entronnen, die auf dem "Dach der Welt" Zuflucht fanden?

"Ich wollte nämlich erkunden, ob es wahr sei, was ich gehört hatte, dass er (der König des westtibetischen Reiches Guge) mitsamt seinen Untertanen ein Christ und dem wahren Gesetz Gottes verpflichtet sei. Sollte dem aber nicht so sein, so sei ich gekommen, ihn über Irrtümer und Mängel in seinem Glauben aufzuklären, falls er einverstanden sei ... ." Dies der Bericht des Jesuitenpaters Antonio de Andrade (1580-1634) vom 8. November 1624. In seinen in mehrere europäische Sprachen übersetzten Berichten beschreibt de Andrade die Tibeter wohlwollend mit den Worten: "Das Landvolk ist grösstenteils liebenswürdig, mutig und fromm, und es liebt den Kampf, den es immerzu übt. Daneben sind diese Menschen barmherzig und dem Gottesdienst zugeneigt ...Es scheint ein ganz friedliches Volk zu sein." Obwohl de Andrade miterlebte, wie die Männer an einem Kriegszug teilnahmen und, kaum nach Hause zurückgekehrt, sich im Bogenschiessen, im Gebrauch der Waffen und beim Lanzenbrechen übten, blieb er bei seinem Bild der friedliebenden Tibeter. War es ihre "Frömmigkeit und ihre Zuneigung zu den Dingen der Religion, die ihnen angeboren sind", welche de Andrade veranlasste, diesem Bild mehr Gewicht zu verleihen? De Andrade folgten im 17. und 18 Jahrhundert weitere Jesuiten und später auch Kapuziner, deren Tibetbilder im Gegensatz zu den Jesuiten negativ geprägt waren – der Buddhismus sei ein Werk Satans, meinten sie. Nur er könne in so perfider Art eine Religion schaffen, die dem Katholizismus äusserlich so ähnlich sei. Unverhohlene Ablehnung galt gegenüber der Reinkarnationsidee, der religiösen Praktik der Niederwerfung und der Verehrung zornerfüllter Gottheiten.

Der interessanteste Missionar, Ippolito Desideri (1684-1733), lebte fünf Jahre in Tibet. Er beschäftigte sich minutiös mit der Kultur und setzte sich intensiv mit der Religion auseinander, so dass er als Begründer der Tibetologie gelten kann. Er war der Einzige, der nach westlichen Vorurteilen und Fehleinschätzungen suchte, aber auch er kam zum stereotypen Schluss – obwohl er über kriegerische Auseinandersetzungen berichtete – Tibet sei ein friedliches Land.

Die Tibetbilder dieser frühen Missionare werden vorgestellt anhand von alten Stichen und Texten (Kircher, della Penna, Herrliberger/Picard, Maréchal, Giorgi). Kopien, in Buchform gebunden, erlauben dem Museumsbesucher den direkten Kontakt mit Zeugnissen der allerersten Begegnungen zwischen Tibet und dem Westen. Spätere Autoren beriefen sich auf diese frühen Werke, vor allem auf "China Illustrata", dessen Autor Athanasius Kircher, Kompilator dieses Werks, selbst nie in Tibet war. Sein berühmtes Nachschlagewerk barg manche Fehlerquelle, die sich im Verlauf der folgenden 300 Jahre durch Abschreiben immer weiter verbreiteten. Getrennt durch eine Zwischenwand von feinster Gaze – eine Anspielung auf die Tatsache, dass Tibet oft nur verschleiert durch eine westliche Brille wahrgenommen wurde – stehen tibetische Originale abgebildeten Objekten auf Stichen gegenüber.

Seit diesen ersten Begegnungen und Aufzeichnungen zieht sich ein roter Faden durch alle folgenden Epochen: nur dem Sakralen, nur Mönchen, Lamas und Tulkus (keinen Nonnen), und nur dem religiösen, nicht dem alltäglichen Leben, wird vom Westen Beachtung geschenkt.

Die Philosophen Rousseau (1712-1778), Kant (1724-1804), Herder (1744-1803), Hegel (1770-1831) und Nietzsche (1844-1900) stützten sich in ihren Abhandlungen auf die Berichte der Missionare und sparten nicht mit herben Worten über den tibetischen Buddhismus, der als eine "ziemlich bizarre Art von Religion" (Rousseau) oder nach Herder als "die ungeheuerste und widrigste dieser Welt" beschrieben wird.

2. Teil: Auf der Suche nach "Shambha-La" und den arischen Lamas

Die Tibetbilder der Theosophen, Nazis und Neonazis

Ausstellungsmaterial: Theaterschauspiel in zwei Akten, ein bisher noch nie ausgestelltes Rollbild (thang ka) von Shambhala

Die Form des Theaters wurde gewählt um zu zeigen, dass die Autoren und Hauptdarsteller aus dem Westen stammen, die Kulissen aus Tibet.

1. Akt

Theosophie und Tibet sind eng miteinander verbunden: Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891) bezeichnete sich als tibetische Buddhistin und behauptete, das okkulte Wissen einer uralten Weisheitslehre studiert zu haben. Sie stand mit ihren Meistern in Tibet in telepathischer, später auch in direkter Beziehung. Von diesen erhielt sie geheimnisvolle Briefe, die für die Entwicklung der Theosophie ausschlaggebend waren. Obwohl diese Briefe aus Tibet stammten, waren ihre Verfasser nicht tibetische Lamas, sondern arische Mahatmas.

Das Tibetbild der Theosophen war idealistisch und surreal: Es war ein Tibet "ohne Bettler, arme oder hungernde Leute", in dem "Trunkenheit und Kriminalität unbekannt sind, ebenso Unsittlichkeit", ein Tibet "mit einem moralischen, einfachen Volk mit reinem Herzen", unverdorben von den "Lastern der Zivilisation" ein Land, in dem noch "beide Atmosphären – die physische und die spirituelle" – neben- und miteinander existieren (Telekinese, Levitation, Entmaterialisierung, Astralreisen). Tibet, das "das wahre Land des Mysteriums, des Mystizismus und der Abgeschiedenheit", ein okkultes geheimnisumwittertes, eines in dem die Menschen der ursprünglichen alten Weisheitslehre noch nahe sind, wo "Kräfte und Potenzen wachgerufen werden, die der westlichen Welt unbekannt sind und dort noch schlafen". Viele von ihren Aeusserungen gehören auch heute noch in die "Traumwelt Tibet" und damit zu den Trugbildern. Helena Blavatsky – Mitbegründerin der Theosophie -- war auserwählt, die " verborgenen Geheimnisse der Natur und die im Menschen ruhenden Kräfte" aus Tibet nach Europa und in die USA zu bringen.

Helena Blavatsky verbreitete, wie andere Theosophen auch, rassistisches Gedankengut. Nach deren Lehre gehörte die Mehrheit der Menschen der vierten Wurzelrasse an, so auch die Tibeter. In jenem Zeitalter gingen die Inseln Atlantis und Lemuria unter. Einige Auserwählte entgingen dieser Katastrophe und lebten auf einer Insel namens Shambhala (der Name ist einer tibetischen Legende entlehnt) in der Gegend der Wüste Gobi, wo sich der Kern der fünften Wurzelrasse bildete. Für Helena Blavatsky war Shambhala das Mutterland der menschlichen Hochzuchtrasse, zu der sie die indischen Arier und die Weissen zählte.

2. Akt

Diese Theorie hat Folgen. Unter dem Deckmantel der Populärwissenschaft wird heute die Idee verbreitet, einflussreiche Nazis hätten ein besonderes Interesse an Tibet gehabt, da sie dort Vorfahren der Arier und okkultes Wissen vermuteten. Eine immer wieder zitierte Version dieses Mythos veröffentlichten Bergier und Pauwels 1962 in ihrem Bestseller "Aufbruch ins dritte Jahrtausend". Infolge einer Katastrophe verwandelte sich das Land Gobi in eine Wüste, die Ueberlebenden mussten auswandern und die grossen Weisen siedelten sich in einem riesigen Höhlenbezirk unter dem Himalaya an. Sie teilten sich in zwei Gruppen auf – dem Weg der rechten Hand folgten die Nazis nach Agarthi, dem Weg der linken Hand folgten Freimaurer und Zionisten nach Shambhala. Dieser Mythos, so Bergier, soll die Begründer der nationalsozialistischen Partei stark geprägt sowie Kraft und Vertrauen vermittelt haben. Ein tibetischer Mythos als Grundlage für den Nationalsozialismus? Nein. Kein solcher tibetischer Mythos existiert, er ist eine pure Erfindung.

Neonazis behaupten heute, Hitler und Himmler hätten Interesse an Tibet und seinem Reichtum an Weisheiten gehabt. Nicht das okkulte Wissen interessierte im Dritten Reich, sondern das 1935 gegründete "Ahnenerbe". Unter der Schirmherrschaft Himmlers fand 1938 eine deutsche Tibetexpedition statt mit Ernst Schäfer als Leiter. Die Neonazis behaupten, die Deutschen hätten versucht, Kontakte mit den Höhlengemeinschaften von Agarthi und Shambhala anzuknüpfen, um diese zu überreden, sich in den Dienst der Nazis zu stellen. In der nationalsozialistischen Literatur finden sich nur wenige Hinweise auf das Land Tibet selbst, hingegen werteten einige Nazis den Buddhismus als "Zerfallserscheinung nordischen Rassengeistes", und vom "Lamaismus" wird behauptet, er bedrohe mit seinen Verbündeten, den Katholiken und Juden, Europas Völker. Die Frage bleibt deshalb offen, warum für viele Neonazis Tibet trotzdem als Hochburg der Reichsdeutschen gilt.

3. Teil: Auf der Suche nach Shangri-La und den weissen Lamas

Das Tibetbild in Literatur, Comics und Spielfilmen

Ausstellungsmaterial: Bücher und Comics in einer Leseecke, vorgelesene Geschichten ab Tonband (mit Kopfhörern), Ausschnitte von Spielfilmen in einer Flugzeugkabine, Flipperkasten Shangri-La

Geschickt spinnt James Hilton den Faden von Helena Blavatsky weiter. In seinem Roman "Lost Horizon" (Irgendwo in Tibet, 1933) lebt in einer Lamaserei "Shangri-La" eine mehrheitlich weisse Bruderschaft. Mit ihrer Hilfe wird einst der Rest der Welt, unheilvoll in Kriege verwickelt, eine Renaissance erleben. Die in Shangri-La gehorteten Schätze an Weisheiten sind nicht Eigentum einer bestimmten Religion, sondern vereinen Weisheiten verschiedenster Glaubensrichungen. Sehr ähnlich lautete das theosophische Vermächtnis von Helena Blavatsky, nur hiess ihr Land hinter den Bergen Shambhala und ihre Weisen waren fast ausschliesslich Inder. Die gemeinsamen Züge sind unübersehbar: das Land Tibet bildet wiederum die Kulissen, Autoren und die Schauspieler sind Westler mit ihren Träumen. Shambhala sowie Shangri-La sind von niedrigen Leidenschaften verschonte Friedensinseln, auf denen hierarchisch gegliederte Bruderschaften leben, die dank ihrer Weisheit ein sehr hohes Alter erreichen. Um den von James Hilton beschriebenen tollkühnen Flug über die höchsten Gipfel der Erde in die Abgeschiedenheit nach Shangri-La "mitzuerleben", steht in der Ausstellung die Shangrilair, in deren Sesseln Museumsbesucher Ausschnitte aus Hollywoodfilmen zum Thema Tibet geniessen und ihren persönlichen Shangri-La-Träumen nachhängen können. Weitere Facetten der Shangri-La-Wunschwelt entdecken die Besucher in den Romanen und Comics im Reisegepäck vor dem Flugzeug: Geschichten mit levitierenden, allwissenden Lamas, dem Jungbrunnen-Tibet, dem erotischen Tibet, mit Yetis, Weltverschwörern und Ausserirdischen!

In den letzten 50 Jahren seiner Unabhängigkeit, vor allem nach 1920, wurde Tibet das geistige Rückzugsgebiet für viele Zivilisationsmüde und solche, die nach den beiden Weltkriegen das Vertrauen in die westliche Zivilsation verloren hatten. Wie nie zuvor wurde Tibet als positive Gegenwelt zum Westen empfunden, ein Land mit spirituellen, moralisch guten und friedliebenden Menschen, in dem sich die westliche Technik noch nicht verbreitet hatte, ein Land mit anderen Zeit- und Raumverhältnissen. Tibet war nun das "spirituellste und inspirierendste Land auf diesem Globus", "vielleicht das einzige Licht, das die Menschheit aus den dunklen Zeiten unserer modernen Welt führen kann", "ein verbotenes Mysterien-Land, der einzige Ort auf dieser Erde, wo Weisheit und Glück wirklich zu existieren scheinen".

Auch die Comics spiegeln dieselben Welten mit allwissenden, Wunder wirkenden Mönchen, Lamas und Tulkus, die der Levitation mächtig sind und dem Planeten Erde Rettung bringen werden. Jedoch kommt hier auch die andere Seite Tibets zur Sprache, nämlich der Ort, an dem auch bedrohliche Kräfte existieren: schlechte Geistliche, die schwarze Magie anwenden oder moderne, meist von Westlern kontrollierte Technologie, die im Untergrund von Tibet in geheimnisvollen, riesigen Höhlen auf Einsatz warten. Die lichte Welt Tibets wird in den Comics oft kontrastiert mit dunklen Schatten – und dazwischen lebt Yeti der diese Ambivalenz in sich trägt: ein friedliches, weises Wesen mit manchmal wilden, gefährlichen Zügen.

4. Teil: Auf der Suche nach Dharma-La und den tibetischen Lamas

Das Tibetbild in Werbung und Kommerz

(Der Ausdruck "Dharma-La" wurde in Anlehnung an Shambhala und Shangri-La für die Ausstellung erfunden.)

Ausstellungsmaterial: Videos, Werbespots und –filme, Dharma-Produkte/tibetische Originalgegenstände, astrologische sowie Gesellschafts- und Computerspiele

In den 1980/90er Jahren wendet sich das Blatt. Nicht länger spielen arische Lamas und weisse Bruderschaften die Hauptrollen, salopp ausgedrückt werden jetzt tibetische Lamas Mode. Dharma, die buddhistische Lehre, verkommt zur Handelsware. Wie Pilze spriessen Dharma-Zentren aus dem Boden und der Kommerz entdeckt eine interessante Marktlücke mit "Instant"-Dharma-Produkten (Produkte, die einen Zusammenhang zur buddhistischen Lehre suggerieren mit unmittelbar positiver Wirkung). Deren Käuflichkeit nimmt den buddhistischen Gläubigen das mühsame, langjährige Studium ab und garantiert den schnellen Weg zur Erleuchtung. Unverschämte Werbetexte locken Kunden an, zum Beispiel für eine Uhr mit buddhistischen Symbol: "Der ständige Kontakt mit dem Emblem durch sehen, berühren oder tragen schafft die Basis zu Befreiung aus dem leidhaften Lebenskreislauf – in diesem Leben oder in einem nahen zukünftigen Leben." Mit diesen sakralen Zeichen verzierte T-Shirts, Uhren, Rucksäche, Täschchen, Brillenetuis, Parfums und viele andere Artikel mehr vermitteln den Besitzern das Gefühl, auf dem rechten Lebensweg zu sein – "die innere Mitte" anstrebend. Ob ihnen je bewusst ist, dass die Verwendung solcher Wäsche geschmacklos ist, weil sakrale Symbole nach tibetischer Auffassung niemals beschmutzt werden dürfen? Anstatt, wie der Buddhismus es vorgibt, in selbstloser Art das Wohlergehen aller Lebewesen zu fördern, dienen diese Produkte einzig dem egoistischen Ziel des persönlichen Wohlbefindens. Die Werbung verschweigt – weiss es wohl selbst nicht – dass nach buddhistischem Glauben nur die richtige Einstellung zur segensreichen Wirkung führen kann: Mitgefühl und Güte sowie das Aufgeben negativer Gefühle wie Hass und Gier sind Voraussetzung dazu.

Der von seinem christlichen Glauben nicht mehr überzeugte Westler wendet sich nun den Kraftorten Tibets zu, allen voran dem heiligen Berg Kailash, Klöstern und Pilgerorten, besucht einen "Fünf Tibeter-Kurs" oder Veranstaltungen mit betenden Mönchen. Die Bequemeren leisten sich ein "Tibetisches Liebeskissen", Gebetsschnüre (Karma beads), die die Handgelenke zieren und Harmonie, Logik sowie Kreativität je nach Art des Halbedelsteins versprechen. Im "Kaufhaus Dharma-La" sind in Vitrinen "Tibetoiserien" ausgestellt, in der einen Hälfte das westliche Produkt, auf der Gegenseite die entsprechenden tibetischen Originalgegenstände mit den Informationen dazu. So erscheint dieses Kaufhaus von der einen Seite her betrachtet wie eine Ausstellung tibetischer Objekte, aus der Gegenrichtung erkennt man das kommerziell missbrauchte Tibet. Der Aschenbecher und die Fussmatte mit dem Bild Buddhas, um Asche und schmutzige Schuhe abzustreifen, sind zwei den Buddhismus besonders verletzende Beispiele, noch tiefer sinken kann eines Herstellers Geschmack und die Nicht-Achtung religiöser Inhalte kaum.

Auch Tibeter und tibetische Klöster nützen die westlichen Bedürfnisse nach exotischem Heil. Im Versandhandel bietet ein tibetisches Kloster "Schatzvasen" an: ein mit verschiedenen Ingredienzen nach traditionell-tibetischer Art gefülltes Gefäss, das Kraft, Reichtum und Ueberfluss anzieht, die Gesundheit verbessert, ein langes Leben zusichert, Aerger und Streit besänftigt sowie Weisheit und Mitleid für alle verstärkt. Mönche führen auf Theaterbühnen Gebete und geheime sakrale Riten auf, die damit zu öffentlichen profanen Vorstellungen werden. Heilt die Spiritualität Tibets den an Modernität leidenden Planet Erde? Die Werbung hat die Mönche als Magneten entdeckt. Nicht nur Lotus Travel Service München wirbt mit Buddha Amitayus für "Reisen zu sich und anderen", auch Fluggesellschaften, Computer, TV-Geräte, Autos bedienen sich des tibetischen Buddhismus für ihre Werbezwecke.

"So kommt es, dass die Idee "Tibet" mit jedem Tag mehr in Mode kommt, während die tibetische Nation und die sechs Millionen Tibeter langsam aber sicher von der Bildfläche zu verschwinden drohen. Um der Welt diese Not dramatisch vor Augen zu führen, ist der Dalai Lama gezwungen, sich auf eine Pop-Kultur einzulassen, die früher oder später alles von ihr Hochgejubelte am Boden zerstört ... Das Gute in uns hofft, dass es dem Dalai Lama gelingen möge, die Massenmedien in grösserem Mass für seine spirituellen Zwecke zu nutzen, als diese ihn ihrerseits für ihre weniger erhabenen Ziele instrumentalisieren. Doch dieser Hochseilakt ist gefährlich, denn das Medium selbst gefährdet die Botschaft ..." (Pico Iyer)

5. Teil: Grundlagen des Traums

Ausstellungsmaterial: "Gebetstrommeln", Texte, Rollbilder (thang ka), Dokumentarfilm

Die Traumwelt Tibet spricht Sehnsüchte an, die in allen Paradiesvorstellungen vorkommen: Frieden, Weisheit, ein unbeschwertes und langes Leben, sexuelle Erfüllung, Harmonie und eine Ordnung, die jedem Menschen seinen Platz zuweist. Eine allgemeine Theorie geht davon aus, dass das universale Bedürfnis nach einem Paradies auf Erden umso grösser sei, je unsicherer das gegenwärtige Leben empfunden wird. Andere sehen im Paradies ein Motiv der Flucht: die Hoffnung, in der Fremde den Problemen zu entkommen, die zu Hause nicht gelöst werden können. Die Suche nach dem Heil im Exotischen, Fremden, Irrationalen?

Bei genauerem Betrachten der in dieser Ausstellung gezeigten westlichen Tibetbilder erweist sich das dargestellte Tibet als Nicht-Tibet, die angebliche Botschaft als nicht-tibetisch, die missionierenden Weisen als Nicht-Tibeter. Bis vor kurzem wurden diese absurden Darstellungen nicht diskutiert – erst seit kurzem beginnt man sich zu überlegen, weshalb der Westen sich von Tibet ein so einseitiges Bild machte.

Auf die Frage nach den Gründen dieser Traumbilder und Klischees gibt es keine einfache Antwort. Die Bilder sind nicht einheitlich und haben zum Teil eine lange Geschichte. Beim genaueren Betrachten lassen sich jedoch immer wiederkehrende Motive erkennen – eine Repetition, die an die unablässige Drehbewegung tibetischer Gebetstrommeln erinnert:

  • Tibet als geheimer, mysteriöser und sakraler Ort, der durch die hohen Berge schwer zugänglich ist;

  • Tibet als Land mit spirituellen Geheimnissen, oft in unterirdischen Bibliotheken aufbewahrt, die nur Auserwählte betreten dürfen;

  • Tibet als Land des Friedens, ein Bild das auf die frühen Missionare zurückgeht und bis heute gilt, ja in letzter Zeit viele neue Anhänger gefunden hat;

  • Tibet als Ort der Kraft übernatürlicher Art, worüber Heilige verfügen; kraftspendende Ritualgegenstände, wie Gebetstrommeln, Ritualdolche, Mantras, Mandalas; Tibet als Ort mit kosmo-terrestrischer Energie;

  • Tibet als Rückzugsgebiet: Ueberlebende der Sintflut und von Atlantis, Priesterkönig Johannes, Nestorianer, Christus, Sherlock Holmes, Hitler; in neuerer Zeit auch als Rückzugsgebiet von Tieren und Pflanzen;

  • Tibet als (fast) asexuelles Land: im Gegensatz zu anderen irdischen Paradiesen, die als geheime Gärten der Lüste dargestellt werden, dominieren im sakralen Tibet die Männer, Mönche, Lamas und Tulkus; das Gegenstück sind Bücher über Tantrismus, in denen Tibet als eine Art "tantrisches Bordell" dargestellt wird;

  • Tibet als Jungbrunnen: weisen Lamas gelingt es, den Ablauf des kurzen Lebens zu verlangsamen;

  • Tibet als Land des geordneten Lebens mit einer greisen, weisen Vaterfigur;

  • Tibet als Land des einfachen und überschaubaren Lebens in natürlicher Landschaft, der Kontinuität im Gegensatz zum hektischen Leben;

  • Tibet als Land der Traditionen, was ein Geborgenheitsgefühl vermittelt;

  • Tibet als Land der Hoffnung auf eine bessere Wiedergeburt;

  • Tibet als Land der Reinkarnationen und dessen Auswahlverfahren;

  • Tibet als Land der Wundertaten mit allwissenden Mönchen, die die Levitation beherrschen;

  • Tibet als Land der Mission: Der neue Mensch. Das sakrale Tibet hat nach Ansicht derjenigen, die an seine Heiligkeit glauben, einen Auftrag: von ihm und seinen Lamas geht die Rettung für den gesamten Planeten aus.

Das westliche Trugbild baute aber nicht nur auf westlichen Träumen auf, sondern ist von tibetischen Vorbildern beeinflusst. Die Wundertaten der levitierenden Mönche und uralten Heiligen, die Ingredienzen, Riten und Gegenstände die Wunder bewirken – es gibt sie wirklich. Sie stammen aus Erzählungen, Legenden, sakralen Texten oder sind auf Rollbildern dargestellt, wie Beispiele in der Ausstellung zeigen. Viele Tibeter glauben noch heute an sie. Zum Beispiel ist das "dritte Auge" keine Erfindung der Theosophen oder von Lobsang Rampa, der in seinem Buch das Einoperieren eines dritten Auges beschrieben hat. Viele tibetische Darstellungen von Gottheiten zeigen zwischen den beiden Augen ein drittes Auge auf der Stirne. Es ist dies "ein Weisheitsauge", das die Erkenntnis der Leere ermöglicht und zusammen mit den beiden "normalen" Augen das Wahrnehmen der drei Zeiten ermöglicht – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft.

Solange die Tibeter sich der westlichen Projektionen "Traumwelt Tibet" und deren Konsequenzen nicht bewusst sind, besteht die Gefahr, dass sie aus Unwissenheit in Werbung und Kommerz mittun. Deshalb haben sich fünf Tibeterinnen und Tibeter zur Aufgabe gemacht, in zahlreichen gefilmten Interviews zu ergründen, was Tibeter über die "Traumwelt Tibet" und ihre Kommerzialisierung denken. Die unterschiedlichsten Meinungen kommen zum Ausdruck! Die fünf Tibeterinnen und Tibeter wünschen eine Stellungnahme der Betroffenen und bezeichnen ihren Dokumentarfilm als ersten Schritt in diese Richtung.

Allen Besuchern wird Gelegenheit geboten, auf die Ausstellung zu reagieren: bitte notieren Sie Ihre Eindrücke im Gästebuch. Es besteht die Möglichkeit, aktiv zur Ausstellung beizutragen! Bringen Sie einen Gegenstand, der die "Instant-Dharma-Linie" erweitert – gekauft oder selbsthergestellt!

6. Teil: Chinesische Trugbilder – unterschiedliche Realitäten?

Ausstellungsmaterial: Photos, Skulptur, Gefängniszelle, Video

Den chinesischen Propagandabildern, die seit den 70er Jahren sehr zahlreich publiziert wurden, stehen die Tibetbilder des Schweizer Fotografen Manuel Bauer gegenüber. Seine Fotografien ergänzen die chinesische (Glücks)Propaganda: Menschen am Rande einer Gesellschaft, der Aufeinanderprall zweier unterschiedlicher Lebensweisen und eine bedrohte Umwelt. "Der Teil Realität, der zu wenig zur Darstellung kommt, der ein Sprachrohr braucht" (Manuel Bauer).

In der Mitte des Raums steht eine Installation, welche den Unterschied der Sichtweisen besonders krass darstellt: die Figurengruppe "Der Henker und sein Opfer" ist eine detailgetreue Nachbildung einer Skulptur aus einem chinesischen Museum, in dem "das verbrecherische Wesen des feudalen Leibeigenensystem" Tibets vor der "friedlichen Befreiung durch die Volksbefreiungsarmee" dargestellt wurde – auf der Rückseite eine chinesische Gefängniszelle aus der Gegenwart, in der der ehemalige politische Gefangene, der Mönch Palden Gyatso über seine Erlebnisse in einer solchen Zelle spricht.

Download tibet01.tif (8.6 MB)

Das exotische Tibet: Zähltafel des Spielautomaten Shangri-La der Firma W. Williams, U.S.A., aus dem Jahr 1967

 

Download tibet03.tif (7.6 MB)

Tibet als Ort der Geheimnisse und übermächtigen Kräfte: Ausschnitt aus Filmprospekt Storm over Tibet, USA 1952

 

Download tibet04.tif (6.5 MB)

Das Interesse des Westens galt seit jeher dem imaginären und sakralen Tibet, nicht den ‹normalen› TibeterInnen. Aus dem Comic Bugs Bunny’s Dangerous Venture, 1946

 

Download tibet05.tif (7.7 MB)

Für den Fehltritt der besonderen Art: Türmatte mit Abbildung einer tibetischen Buddhastatue (Silly, Space Lab, Niederlande, made in China, 90er Jahre)

 

Download tibet06.tif (7 MB)

Die in Tibet lebenden Mönche verfügen – nach Ansicht westlicher Autoren - über übermenschliche Kräfte: Levitierender Lama im Comic Der Weisse Lama, Band 2, 1989 (Zeichnung: Georges Bess)

 

Download tibet07.tif (12.5 MB)

Die Profanisierung geheimer tibetischer Riten: Das Kalacakra-Mandala als Puzzle (90er Jahre)

 

Download tibet08.tif (6 MB)

Das irgendwo in Tibet vermutete Paradies Shangri-La. Buchumschlag von Lost Horizon/Verlorener Horizont des Autors James Hilton (Ersterscheinung 1933)

 

Download tibet09.tif (7.5 MB)

Traditionelle tibetische Darstellung des mystischen Königreiches Shambhala, das viele Westler in seinen Bann gezogen hat (Leihgabe Dahortsang; 18./19. Jh.)

 

 

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Die Welt will getäuscht sein: Der angeblich tibetische Autor Lobsang Rampa wurde als Brite Cyril Hoskins entlarvt. Doch noch immer glauben viele an die Authentizität seiner Geschichten. Buchumschlag des Bestsellers The Third Eye/Das Dritte Auge (Ersterscheinung 1956).

 

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Schon früh faszinierte die westlichen Reisenden die tiefe Gläubigkeit der Tibeter: Gläubige verneigen sich vor zwei Statuen des «Manipe» (Bodhisattva Avalokiteshvara). Stich aus China Illustrata von Athanasius Kircher (1667)

 

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Das laszive erotische Tibet, wie es in einigen wenigen Tibet-Geschichten erscheint (Umschlag der Comicserie Weird Tales, cover artist: Margaret Brundage 1937)

 

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Beispiel für den kommerziellen Missbrauch tibetischer Symbole: Gottheit auf Kleidungsstück (90er Jahre)

 

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Das sakrale Tibet als Ausbildungsstätte weisser Lamas, die gegen das Böse im Westen kämpfen (Titelseite von The Court of Crime, in Green Lama, vol. 1, no. 1, Dec. 1944)

 

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Der Kommerz hat die Tibeter entdeckt, die jedoch häufig lediglich Statistenrollen spielen. Werbung für ein Notebook aus dem Jahr 1992 (Foto: Nick Vedros, BBDO, Los Angeles, CA)


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Last update: 29.11.2002
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