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Völkerkundemuseum

Plünderware? 5 Fragen an Objekte aus China am Ende der Kaiserzeit

3. März 2023 bis 12. Mai 2024

«Aus der Plünderung von Peking stammend» heisst es zu Inventarnummer 01838, «Geschnitzte Getäfer aus Teak-Holz mit Tierfiguren, Blumen-Arabesken». Zusammen mit erlesenen Seidenroben, Bronzen, Rollbildern und Schuhen für gebundene Füsse gelangten diese Objekte nach Zürich. Plünderware?

«Plünderung von Peking», das weist auf den Boxerkrieg. Ende des 19. Jahrhunderts formierte sich in Nordchina die anti-christliche, anti-koloniale Boxer-Bewegung. 1900/1901 schlossen sich acht ausländische Armeen zusammen im Krieg gegen die Boxer und drangen bis in den Kaiserpalast in Peking vor. Ein Machtvakuum bot Raum für Plünderungen gewaltigen Ausmasses. Mengen an Wert-, Kunst- und Alltagsobjekten gelangten in die Hände von Offizieren und Soldaten, von Händlern, langfristig in Museen und Sammlungen weltweit.

Die Ausstellung nimmt mögliche Plünderware aus China in Schweizer Sammlungen aus der Zeit um 1900 nachfragend in den Blick. Wie sollten wir damit umgehen? Welche Bedeutung haben die Objekte für Chines:innen heute? Worüber sollten wir uns verständigen?

Plünderware? aus dem Boxerkrieg 1900 im Spiegel der Vorgeschichte. Zwei Ereignisse spannen sich als Bogen durch die Geschichte der westlichen Wahrnehmung Chinas: Die Plünderungen des Palastes Yuanming yuan durch britische und französische Truppen 1860 und die Plünderungen Pekings im Boxerkrieg 1900/1901. Plünderware aus beiden Ereignissen finden sich in westlichen Museen. Die Führung spürt der Frage von möglicherweise aus den Plünderungen in China stammenden Objekten in Schweizer Sammlungen nach. Führung und Gespräch in der Ausstellung mit der Gastkuratorin Yu Filipiak und der Kuratorin Mareile Flitsch am Donnerstag, 29. Februar 2024, 18 Uhr, zum anschliessendenVortrag  von Prof. Dr. Ines Eben von Racknitz.

Fremde – Feinde – Zeitgenossen? Dialogische Führung in den Ausstellungen «Plünderware?» und «Maskenspiel?», mit den Kuratorinnen Mareile Flitsch und Martina Wernsdörfer am Donnerstag, 14. März 2024, 18 Uhr.

Plünderungen am Ende des chinesischen Kaiserreiches? Führung und Gespräch in der Ausstellung mit der der Kuratorin Mareile Flitsch am Donnerstag, 18. April 2024, 18 Uhr, zum anschliessenden Vortrag von Dr. Marc Winter.

Objekte Sammlung Malkin
28 Paar Schuhe für gebundene Füsse bewahrt das Völkerkunde?museum UZH. Im 19. Jh. die Zierde einer Frau in China, wurden sie innert kurzer Zeit zum Makel, und: zu Plünderware? Foto: Kathrin Leuenberger, 2023.

 

Werkstattreihe – 5 Fragen an die Sammlungen

Welches Museum braucht die Zukunft? Mit bleibenden und neuen Fragen wenden wir uns den Sammlungen und deren Urheber:innen zu, zum Beispiel: «Welche Beziehungen wurden mit der Sammlung angelegt und was bedeuten sie heute?» Wir denken das Museum als offene Werkstatt, als Raum, in dem Wissen gemeinsam erarbeitet wird, und bieten entlang einer Ausstellungsreihe Einblick in unsere Arbeit. Die Ausstellung «Plünderware?» ist nach «Hochzeitsreise?» und «Geschäftsidee?» die dritte Eröffnung der Reihe. Seit Juli 2023 ist die vierte Ausstellung «Maskenspiel?» zu sehen; in November hat «Werkstücke?», die fünfte und letzte Ausstellung, die Reihe vervollständigt.

Weiterführende Informationen

Dr. Mareile Flitsch, Kuratorin und Direktorin des Völkerkundemuseums
flitsch@vmz.uzh.ch
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Fassade Völkerkundemuseum UZH

Film zur Werkstattreihe

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Unsere Werkstattreihe stellt in fünf Ausstellungen Fragen zur Herkunft und Geschichte unserer Sammlungen. Auch die heutigen Bedeutungen der Bestände stehen im Fokus. Dazu stehen wir im Austausch mit Expert:innen und Nachkommen von Urheber:innen der Objekte. Ein Film mit Interviews und Impressionen.

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