Neubenennen – Menschen, Dinge, Orte
Ab 4. September 2026
Namen haben Macht. Sie prägen unser Selbstverständnis, beeinflussen, wie andere uns begegnen und formen unsere Wahrnehmung der Welt. Den Namen zu ändern, kann die eigene Identität stärken oder zu einem Bruch mit der Vergangenheit führen. Es kann einen Übergang markieren, politischen Wandel signalisieren oder kulturelle Erneuerung ausdrücken; es kann Ausdruck von Verletzung ebenso wie von Erleichterung sein.
Das Völkerkundemuseum der Universität Zürich ist seinem Namen entwachsen. Auf der Suche nach einem neuen Namen haben wir 2026 einen partizipativen Prozess angestossen. Die Ausstellung ist Teil dieses Übergangs und lädt dazu ein, sich umfassender mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Beweggründe und Konsequenzen Namensänderungen haben können.
Wer hat die Macht zu benennen? Wann und warum werden Namen geändert? Weshalb bestehen alternative oder umstrittene Namen neben offiziellen Namen fort? Benennen ist weit mehr als ein beschreibender Vorgang: Es ist eine soziale Handlung, durch die Identitäten, Beziehungen und Wissen geformt und ausgehandelt werden.
Die Ausstellung erkundet die vielfältigen Praktiken des Benennens und Neubenennens ausgehend von Menschen, Dingen und Orten und greift dabei auf Objekte aus der Museumssammlung zurück. Sie wurde zusammen mit Ethnologiestudierenden der Universität Zürich und weiteren Beteiligten entwickelt. Zeitgenössische künstlerische Werke sowie Beiträge verschiedener Gruppen eröffnen zusätzliche Perspektiven auf Benennungsprozesse in unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen.
Vernissage am Donnerstag, 3. September 2026, 18 Uhr. Herzliche Einladung!