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«Naming Together»

Ein Citizen-Science-Ansatz zur (Neu)Benennung von Museumsobjekten

Inventarnummer 09947: Wie sollte dieses Objekt genannt werden? Und wer darf es benennen? Foto: Marc Latzel.

Wer entscheidet darüber, wie Objekte in einem Museum genannt werden? «Naming Together» ist ein Citizen-Science-Projekt des Völkerkunde?museums der Universität Zürich, das Museumsfachleute, Partner:innen aus verschiedenen Communities, Forscher:innen, Künstler:innen und die Öffentlichkeit zusammenbringt, um die Benennung und Beschreibung von Objekten in Museumssammlungen zu überdenken.

Das Forschungsprojekt geht aus dem kollaborativen Umbenennungsprozess des Museums hervor, der in der Ausstellung «Neubenennen» (ab September 2026) thematisiert wird. Im Rahmen dieses Prozesses haben Partner:innen verschiedenen Communities deutlich gemacht, dass die Frage der Benennung über den Namen des Museums selbst hinausgeht. Viele Objekte in der Sammlung werden mit unpassenden, veralteten, rassistischen oder eurozentrischen Begriffen beschrieben, die historische Wissens- und Machtstrukturen widerspiegeln.

Das Projekt vereint drei sich ergänzende Forschungsansätze. Im Rahmen ethnografischer Untersuchungen in Zusammenarbeit mit Partner:innen aus verschiedenen Communities werden die Geschichten, die Bedeutungen und die sozialen Kontexte von Objekten sowie deren bestehende Klassifizierungen untersucht, wobei verschiedene Formen von situativem und kulturellem Wissen mit den Museumsbeständen in einen Dialog gebracht werden. Methoden der Digital Humanities mit Schwerpunkt auf indigenen Datenprotokollen werden eingesetzt, um Sammlungsdaten zu analysieren und anzureichern. Dabei wird untersucht, wie computergestützte Werkzeuge Muster in der Benennung von Objekten identifizieren und die Entwicklung präziserer Metadaten unterstützen können. Das Projekt nutzt zudem künstlerische Forschung, um Benennung, Klassifizierung und Repräsentation durch verkörperte und kreative Praktiken zu untersuchen. Zusammen ermöglichen diese Ansätze den Teilnehmenden, etablierte Wissenssysteme zu hinterfragen und gleichzeitig mit neuen Formen der Produktion und Vermittlung von Wissen über Museumssammlungen zu experimentieren.

In Workshops, durch sammlungsbezogene Forschung, künstlerische Interventionen, digitale Experimente und öffentliche Aktivitäten setzen sich die Teilnehmenden mit bestehenden Objektbezeichnungen auseinander und entwickeln alternative Wege zur Beschreibung und zum Verständnis von Museumsobjekten. Das Projekt verbindet eine enge Zusammenarbeit mit Community-Partner:innen mit Angeboten für eine breitere Beteiligung der Öffentlichkeit.

Die Ergebnisse fliessen direkt in die Sammlungsdaten und das Ausstellungsprogramm des Museums ein. Überarbeitete Objektbezeichnungen und -beschreibungen werden gegebenenfalls online veröffentlicht, während das Projekt zudem untersucht, wie Museen die Verantwortung für ihre Sammlungen teilen und inklusivere sowie partizipativere Ansätze zur Wissensproduktion entwickeln können.

Laufzeit:
Oktober 2026 bis Oktober 2027

Förderung:
Unterstützt vom Citizen Science Zurich Seed Grant

Zuständige Person an der UZH:
Prof. Dr. Alice Hertzog hertzog@vmz.uzh.ch

Projektpartner:innen:
studiyo filipino
Open Glam
Local Contexts
machTheater
1002F Buchhandlung

 

 

Weiterführende Informationen

Ausstellung «Neubenennen»

Mehr zu Ausstellung «Neubenennen»

Ab 4. September 2026