Eine Museumskooperation mit Afrika – Milch in der Schweiz und Uganda

Eine internationale Museumskooperation des Völkerkundemuseums der Universität Zürich mit Museen in Uganda.

Seit den ausgehenden 1980er Jahren beschäftigen sich Museumsfachleute, Kuratierende und Forschende verstärkt mit Fragen des Umgangs mit dem kolonialen Erbe der ethnologischen Museen – sie suchen nach neuen Strategien, um mit der gewaltbeladenen historischen Last und den damit verbundenen Wertesystemen umzugehen, die den ethnologischen Sammlungen eingeschrieben sind. Vor diesem Hintergrund sind weltweit zahlreiche Initiativen entstanden, die sich ihrer Sammlungen und Ausstellungen, ihrer Forschung und Vermittlungsaufgaben neu annehmen.

Zu diesen üblichen Zielen der Museumsarbeit, wie sie vom Internationalen Museumsrat ICOM definiert wurden, ist in den letzten Jahren eine weitere Kernaufgabe gekommen: Die Zusammenarbeit der Museen auf internationaler Ebene. Für ethnologische Museen heisst das nicht zuletzt, mit Museen und weiteren Partnern in den Herkunftsländern ihrer Sammlungen in einen Dialog zu treten. Solche Kooperationen allerdings sind ein schwieriges und sensibles Terrain, wenn es darum geht, die richtigen gesellschaftlichen Gruppen und Ansprechpartner zu finden – vor dem Hintergrund stark ungleicher Ausgangsbedingungen müssen angemessene Lösungen zu gegenseitigem Nutzen gefunden und gleichzeitig das öffentliche Verständnis für (neo-) koloniale Prozesse und Verlaufsgeschichten verbessert werden.

Ausgehend vom Fachwissen und den Sammlungen der beteiligten Museen in Nord und Süd, soll gemeinsam eine Ausstellung zum Thema „Milch“ erarbeitet und in je unterschiedlichen Anlagen in Kampala, Mbarara (Westuganda) und Zürich gezeigt werden. Die zusammen arbeitenden Einrichtungen sind davon überzeugt, dass die Bündelung von Fachwissen in Forschung und Sammlungspflege sowie der gegenseitige wissenschaftliche und praktische Austausch grosses Potential bergen. Der Prozess der Zusammenarbeit wird in Schrift, Ton und Bild dokumentiert werden und soll so zur Debatte um die Zukunft ethnologischer Museen beitragen.

Aktivitäten:

Juni 2014 – September 2015
Ausstellung Milch in Afrika – von der Kalebasse zum Tetra-Pak
im Rahmen der Neueröffnungsausstellung „Trinkkultur – Kultgetränk“ am Völkerkundemuseum der Universität Zürich, kuratiert von Luciano Gagliardi, Thomas Laely und Raphael Schwere.
Ausstellung: http://www.musethno.uzh.ch/trinkkultur
Trailer: http://www.musethno.uzh.ch/ausstellungen/trinkkultur/filme.html

Februar – Mai 2015
Seminar ‘National- und Regionalmuseen im subsaharischen Afrika – neue Kooperationen zwischen Afrika und Europa?’
an der Universität Zürich (UZH)
Dr. Thomas Laely / M.A. Birthe Pater
Fr 12- 16 Uhr, 27. Februar – 29. Mai 2015

September 2015
Labor ‘Museological Exchange Uganda – Switzerland’
// Datum: 14. – 19. September 2015 // Ort: Völkerkundemuseum UZH, Pelikanstr. 40, 8001 Zürich

Januar 2016
Workshop ‘Drinking deeply from museum work’
// Datum: Januar 2016 // Ort: Uganda Museum, Kampala & Igongo Cultural Centre, Mbarara

Dezember 2016
Internationale Tagung „International museum cooperation between Africa and Europe”
// Datum: 1. – 3. Dezember 2016 // Ort: Völkerkundemuseum UZH, Pelikanstr. 40, 8001 Zürich

Zuständig: Dr. Thomas Laely, laely@vmz.uzh.ch +41 44 634 90 28

Abbildung: © Völkerkundemuseum Universität Zürich, Photo Thomas Laely